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Dallmayr - eine Installation nicht nach Plan

Herdtransport
Über eine Rampe wird der Herd mit Seilwinden nach oben gezogen.

Nicht alle Geschichten laufen immer so, wie man sie plant. Und gerade dann, wenn nichts anbrennen darf, schlägt Murphy's Law unerbittlich zu. Einen ganz besonderen Auftrag hatte ich bei der Firma Dallmayr. Das bekannte Unternehmen im Herzen der Münchner Innenstadt hatte eine neue Herdanlage bestellt, die ich installieren sollte. Bei so einem Endkunden sollte das natürlich alles wie geschmiert ablaufen.

Was diesen Auftrag außerdem noch so besonders machte: Ein Fernsehteam von SPIEGEL-TV begleitete uns bei diesem Projekt und wollte dokumentieren, wie man so eine riesige und schwere Anlage einbaut. Es versteht sich von selbst, dass wir dabei einen professionellen Auftritt bieten wollten.

Herdsturz
Der Herd rutscht die Treppe hinab.

Der Herd musste über eine neun Meter lange Freitreppe in den ersten Stock transportiert werden. Mit zwei Elektromotoren zogen wir den Herd über eine Rampe nach oben, die wir am Tag zuvor gebaut hatten. Als der Herd schon fast oben war, passierte das Unglaubliche: Das Seil bekam kurzfristig zuviel Last, ein Spanngurt platzte – und der Herd mit seinen knapp 0,8 Tonnen raste die neun Meter lange Treppe hinunter. Der erste „Crashtest“ mit einer Menu System Herdanlage in Deutschland. Um die Katastrophe so richtig perfekt zu machen, ereignete sich das Spektakel bei laufender Kamera! Der Installations-Super-GAU.

Gebremst durch den Granitboden war der Herd erstaunlich wenig beschädigt worden. Dennoch gab es genügend Beulen aber kein gebrochenes Material. Natürlich habe ich mich darüber ein wenig geärgert. Aber ein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen? Nein, bestimmt nicht! Um der Firma Dallmayr ihren Herd wie bestellt installieren zu können, zückte ich nun Hammer und Schweißbrenner und wir machten uns an die Arbeit. Beulen mussten entfernt und an manchen Stellen neues Material eingesetzt werden. Anschließend musste der Herd optisch wieder auf Vordermann gebracht werden.

Wieder wie neu
Wieder wie neu.

Als der Küchenchef, Herr Urbansky von der Firma Dallmayr, schließlich zur Abnahme den Herd inspizierte, staunte er nicht schlecht. "Da sieht man ja gar nicht, dass sie was gemacht haben," meinte er, als er mit der Hand über das Metall strich. "Klar," meinte ich, "geschweißt haben wir ja hier," und zeigte auf eine Stelle 20 Zentimeter daneben. Am Ende war die Firma Dallmayr so begeistert vom Ergebnis, dass sie den vollen Preis ohne Abzug für den Herd bezahlte. Vielen Dank hierfür

Das Video lief übrigens später bei SPIEGEL-TV und war dort der große Renner. Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Schon gar nicht, wenn er ein Fernsehteam dabei hat. Für uns am wichtigsten war aber, dass wir den Kunden zufriedengestellt haben und er trotz der Katastrophe erstklassige Leistungen bekommen hat. Darum sind wir auch heute noch stolz auf dieses Projekt.